Details
Dieser kann als "Dolomitenbauhütte" bezeichnet werden, denn Geologen finden darin sämtliche für die Dolomiten typischen Gesteinsarten, Ablagerungsschichten und Verwitterungsformen. Verkarstete Hochflächen, majestätische Wandfluchten, sanft gewellte, fruchtbare Almwiesen vor bizarr zerklüfteten Bergsilhouetten, tief eingeschnittene Erosionstäler und dunkle Nadelwälder bilden eine landschaftliche Vielfalt, wie sie auf so engem Raum nur selten anzutreffen ist.
Die Südtiroler Dolomiten haben die Phase der alpinen Gebirgsbildung (vor circa 80 bis 30 Millionen Jahren) "relativ heil" überstanden. Während anderswo gewaltige Verschiebungen und Verfaltungen den Altersaufbau der Gesteine für den Laien eher verwirrend und undurchschaubar machen, ist in den Dolomiten die ursprüngliche Folge der Ablagerungen meist noch gut erkennbar. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier Bruchlinien (= Störungsflächen), entlang derer Gesteinspakete verschoben wurden. Die bedeutendste Störungsfläche im Naturpark ist die "Villnösser Linie". Daneben sind die so genannten "Gipfelüberschiebungen" auf den Puez-Gherdenacia-Hochflächen von immenser Bedeutung: Hauptdolomit ist tektonisch auf den jüngeren Puezmergel aufgeschoben.